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Die Future Forest Initiative stellt ein neues Whitepaper vor, das zeigt, wie harmonisierte Naturmessung Vertrauen schafft, Märkte skaliert und Investitionen in Regeneration ermöglicht. 

 

Das Problem: Warum Naturmärkte nicht skalieren

Milliarden fließen in naturbasierte Lösungen – doch ein fundamentales Problem bleibt ungelöst: Wie messen wir, ob Naturinvestitionen tatsächlich wirken?

Der aktuelle Zustand ist geprägt von drei strukturellen Hindernissen:

  1. Vertrauensverlust durch fehlende Ergebnismessung
    Es wird für Aktivitäten bezahlt, nicht für messbare Resultate. Ohne transparenten Wirkungsnachweis bleiben Greenwashing-Vorwürfe ein strukturelles Risiko für den gesamten Markt.

  2. War of Indicators: Fragmentierte Messsysteme
    Ähnliche Begriffe mit unterschiedlicher Aussagekraft. Je mehr Akteure eigene Indikatoren entwickeln, desto weiter rückt das Ziel gemeinsamer Qualität in die Ferne.

  3. Von Daten zu Taten: Fehlende Handlungsperspektive
    Viele Lösungen erfassen Risiken, übersetzen sie aber selten in konkrete, standortspezifische Handlungsoptionen. Mehr Daten führen oft zu weniger Klarheit.

„The next frontier for nature tech isn't identifying risk — it's telling us what to do about it."
— Eric Wilburn, Branchenexperte


Die Lösung: Eine Vertrauens-Infrastruktur für Naturdaten

Wie bei der Energiewende gilt: Erst die Infrastruktur schafft Vertrauen und einen Markt. Die Nature Intelligence Infrastructure basiert auf zwei sich ergänzenden Säulen:

Säule 1: Regel- & Qualitätsinfrastruktur

Ein offener, neutraler Rahmen, in dem Messlogiken auf Basis der Ecosystem Condition (EC) operationalisiert, Standards gesetzt und europäische Vorgaben in anwendbare Leitplanken übersetzt werden:

  • Harmonisierte Messbasis auf EC-Indikatoren der EU-Wiederherstellungsverordnung
  • Gemeinsame Leitplanken für Entscheidungsprozesse
  • Regelmäßig aktualisierte, praxistaugliche Standards
Säule 2: Praxis- & Erprobungsinfrastruktur

Ein Netzwerk aus Reallaboren (Resilienzknoten), in denen Methoden, Indikatoren und Entscheidungsmodelle unter realen Bedingungen geprüft werden:

  • Systematische Validierung im Verbund
  • Regionale Übersetzung der Entscheidungs-Leitplanken
  • Rückkopplung zur Weiterentwicklung des Regelwerks

Das Zusammenspiel: Standards entstehen nicht im Elfenbeinturm, sondern werden in der Praxis erprobt — und die Praxis liefert die Grundlage für eine gemeinsame Messbasis.


Die Messbasis: Ecosystem Condition

Die EU-Wiederherstellungsverordnung (EU Nature Restoration Law) schafft erstmals eine verbindliche, wissenschaftlich fundierte Messbasis für ganz Europa — eine historische Chance, die Fragmentierung zu überwinden und 450 Millionen Menschen einen gemeinsamen Rahmen für Naturinvestitionen zu geben.

Die Ecosystem Condition erfasst vier zentrale Dimensionen:

  • Struktur – physische Beschaffenheit des Ökosystems
  • Funktion – ökologische Prozesse und Leistungen
  • Komposition – Artenvielfalt und -zusammensetzung
  • Landschaft – räumliche Konnektivität und Kontext
Das M.O.R.E.-Prinzip: Measure Once, Report Everywhere

Eine qualitätsgesicherte Messung erfüllt mehrere Zwecke zugleich:

  • Öffentliche Berichtspflichten (CSRD, EU-Taxonomie, TNFD)
  • Betriebliche Nachhaltigkeitsstrategien
  • Neue Formen ökologischer Vergütung und Finanzierung

Eine Messung — unendliche Anwendungen.


Das Ergebnis: Von Messung zu Regeneration

Die Nature Intelligence Infrastructure ermöglicht einen positiven Kreislauf:

  1. Messung → Standardisiert und qualitätsgesichert
  2. Vertrauen → Transparenz und Nachvollziehbarkeit
  3. Finanzierung → Kapital für Regeneration
  4. Skalierung → Marktfähige Lösungen
  5. Regeneration → Messbare Naturwirkung

„Reallabore ermöglichen gesellschaftliches Innovationslernen — und ohne das wird Transformation nicht gelingen."
— Maja Göpel

Die Vision: Eine lernende Nature Intelligence Infrastructure, die Fragmentierung überwindet, Investitionen ermöglicht und Regeneration messbar, steuerbar und skalierbar macht.


Nutzen für verschiedene Akteure

Wirtschaft & Finanzwelt
  • Risiken entlang von Lieferketten aktiv steuern
  • Kredite und Investments an messbare Verbesserungen koppeln
  • EU-Taxonomie-, CSRD- und TNFD-Anforderungen erfüllen
  • Naturbasierte Geschäftsmodelle skalieren
Landnutzung & Verwaltung
  • Daten nicht mehrfach erheben — einmal messen, überall nutzen
  • Fortschritte leicht nachweisen und selbstbewusst verhandeln
  • Regulatorische Vorgaben in praxistaugliche Verfahren übersetzen
  • Schneller, treffsicherer und transparenter entscheiden
Innovation & Forschung
  • Offene Schnittstellen und gemeinsame Standards
  • Keine Insellösungen, sondern skalierbare Geschäftsmodelle
  • Anschubfinanzierung für offene Standards und Reallabore
  • Innovation mit realer Wirkung statt Laborerfolge

Über die Future Forest Initiative

Die Future Forest Initiative (FFI) ist ein unabhängiger Innovationshub an der Schnittstelle von Waldpraxis, Wissenschaft und Technologie. Von Schloss Blankenburg im Harz aus verbindet FFI Akteure, die Natur als zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche und wirtschaftliche Resilienz verstehen.

FFI versteht sich nicht als Besitzerin dieser Infrastruktur, sondern als neutrale Moderatorin, die gemeinsam mit Partnern ein europäisches Netzwerk aufbaut — praxisorientiert, offen und anschlussfähig.


Aufruf zur Zusammenarbeit

Die Future Forest Initiative lädt Politik, Unternehmen, Investoren, Technologieanbieter, Landnutzende und interessierte Stakeholder ein, diesen Aufbau aktiv mitzugestalten.

Nur im Zusammenspiel vieler Akteur:innen entsteht aus einzelnen Projekten eine verlässliche Struktur, und aus verstreuten Daten ein System, das Entscheidungen trägt.

→ Whitepaper herunterladen

→ Kontakt aufnehmen


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Post by Future Forest Initiative
Januar 21, 2026